Der Musikverein Waltenhausen präsentiert die Früchte seiner Zusammenarbeit mit Martin Hutter

 

Gut besucht war das Bürgerheim Waltenhausen beim Frühschoppenkonzert am Sonntag. Und die 150 Gäste brauchten ihr Kommen auch keineswegs zu bereuen. Der Musikverein Waltenhausen stellte die Resultate eines arbeitsintensiven Wochenendes mit Martin Hutter vor, einem in Fachkreisen wegen seiner Vielseitigkeit geschätzten Musiker. Der Sohn von Ernst Hutter, dem Leiter der weithin bekannten „Egerländer Musikanten“, ist nicht nur als Flügelhornist und Trompeter im Orchester seines Vaters tätig, sondern frönt als Mitglied der Band „Moop Mama“ auch seiner Leidenschaft für von fetten Bläsersätzen geprägten Jazz-, Hip-Hop- und Rock-Sound.

In Waltenhausen gab es für den in unterschiedlichen Besetzungen aktiven und konzerterfahrenen Vollblutmusiker nichtsdestotrotz ein Debüt, denn Martin Hutter trat dabei erstmals als Dirigent eines Orchesters in Erscheinung. „Bei der Egerländer Musik“, so der 30-Jährige, „ist es das Entscheidende, dass sie mit Schwung und vor allem mit Herz und Leidenschaft gespielt wird.“ Mit entsprechend viel Engagement und Temperament ging er im Bürgerheim ans Werk und spornte die Musiker zu eindrucksvollen Leistungen an.

Was er am Wochenende mit dem Musikverein erarbeitet hat, rief immer wieder die begeisterte Zustimmung der Zuhörer hervor. Von Beginn an überzeugte das Orchester mit ebenso präzisem wie dynamischem Spiel und brachte die „Eddy-Polka“ oder den „Böhmischen Wind“ wirkungsvoll zur Geltung. „Die Arbeit mit Martin hat sehr viel Freude bereitet“, würdigte auch Thomas Strobel, der reguläre Dirigent des MV, das Können und den ansteckenden Enthusiasmus des Workshop-Leiters. Wie beim Konzert zu hören war, kam dies nicht nur den schmissigen Egerländer-Titeln zugute, sondern auch den Ausflügen in US-Big-Band-Musik.

Manfred Selig glänzte bei „Meine Melodie“ mit einem feinen Trompeten-Solo, während Gabi und Manfred Stiegeler „Die rauschenden Birken“ und „Die Garten-Polka“ gesanglich zum Erblühen brachten. Mit Schwung und Mut zum großen Gefühl führte die musikalische Reise nach „New York“, das von Joe Weiß ausdrucksstark besungen wurde, ehe „Wir sind Kinder von der Eger“, wiederum vom Ehepaar Stiegeler souverän interpretiert, die Rückkehr zur klassischen böhmischen Blasmusik im Stil des unvergessenen Ernst Mosch bedeutete.

Stürmischer Applaus belohnte die beachtlichen Leistungen des Orchesters. Dessen jüngstes Mitglied Johanna Kastner wurde an diesem für die Musiker und das Publikum erfreulichen Tag als Geburtstagskind geehrt.

Mit zwei Zugaben, nämlich dem Lied „Danke schön“ und der „Kesselflicker-Polka“, rundeten Martin Hutter und der Musikverein Waltenhausen ihren absolut hörenswerten Auftritt angemessen überzeugend ab. *Bericht von Thomas Niedermair*